Rechtsanwaltsprüfung im Kanton Zürich

Gesetzliche Grundlagen

Kantonale Prüfungsverordnung (PrüfV, 215.11)

Kantonales Anwaltsgesetz (AnwG, 215.1)

Eidgenössische Anwaltsgesetz (BGFA, 935.61)

 

Voraussetzungen der Zulassung

(§ 5 PrüfV)

 

Gemäss den uns vorliegenden Informationen (ohne Gewähr!) ist unter Hochschule im Sinne von § 5 lit. a PrüfV eine Universität zu verstehen. Der Magisterabschluss in Österreich und das erste Staatsexamen in Deutschland seien als Nachweise i.S.v § 5 lit. b PrüfV anerkannt worden.

 

Das Praktikum gemäss § 5 lit. g und h PrüfV soll im Kanton Zürich absolviert werden. Mit Nettomonaten sei weiter die Arbeitszeit unter Abzug von Abwesenheiten (Ferien, Militär, Krankheit usw.) gemeint.

 

Bei Wochenaufenthaltern (Variante in lit. h) müsse das Praktikum zeitnah zur Anmeldung gelegen sein. Toleriert werden anscheinend etwa drei Monate.

 

Spezialfragen hinsichtlich Zulassung sind bei der Anwaltsprügunskommission des Kantons Zürich zu stellen vgl. Anwaltsprüfungskommission

Anmeldung (telefonisch und/oder schriftlich)

Erst nach Erfüllung der Voraussetzungen ist eine Anmeldung bei der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Zürich, welche dem Obergericht des Kantons Zürich angegliedert ist, möglich. Diese kann telefonisch beim Sekretariat angekündigt werden, unter gleichzeitiger (provisorischer) Vereinbarung eines Prüfungstermins.

 

Kontakt: vgl. Anwaltsprüfungskommission

 

Der Termin wird anschliessend schriftlich bestätigt, zusammen mit der Aufforderung, ein schriftliches Gesuch unter Beilage der notwendigen Unterlagen zu stellen (vgl. "Checkliste einzureichender Unterlagen auf der Website des Obergerichts des Kantons Zürich": Checkliste).

 

Nach Eingang des Gesuchs wird dieses geprüft. Sofern dieses sämtlichen Anforderungen genügt, erfolgt die Fristansetzung zur Leistung eines Kostenvorschusses (zurzeit Fr. 3'000.--). Werden Mängel innert Frist nicht behoben oder der Vorschuss nicht bezahlt, ergeht ein Nichteintretensentscheid.

 

Infoveranstaltung am Obergericht des Kantons Zürich

  • Wann/Wo: Einladung erfolgt mit separatem Schreiben
  • Bekanntgabe des Referenten/Experten für die schriftliche Prüfung
  • Möglichkeit, Fragen zu stellen und sog. Prüfungsserien des betreffenden Experten zu bestellen (Fr. 10.– pro Serie; einige alte Serien können hier heruntergeladen werden)
  • Erhalt div. Informationsblätter u.a. mit Telefonnummern und Namen der Mitkanditaten zwecks Bildung von Lerngruppen

Schriftliche Prüfung

Siehe hierzu separate Rubrik: Schriftliche Prüfung

 

Mitteilung des Prüfungsresultats

Die Mitteilung betr. Antrag des Referenten ("provisorischer Entscheid") erfolgt i.d.R. innert zwei bis drei Wochen: Das heisst der Referent informiert den Kandidaten mündlich (telefonisch) oder schriftlich direkt über den von ihm gestellten Antrag auf Abnahme/Nichtabnahme der schriftlichen Prüfung. Weiter kann der Referent bekannt geben, ob er diesen Antrag aufgrund eines knappen Resultats gestellt hat oder nicht.

 

Danach Zirkulation der Prüfung bei weiteren vier Mitgliedern der Anwaltsprüfungskommission. Diese können dem Antrag des Referenten zustimmen oder Gegenanträge stellen (womit insb. bei einem knappen Resultat zu rechnen ist).

 

Merke:

Der Antrag des Referenten ist in dem Sinne "provisorisch", als dass dieser eben bloss ein Antrag ist; schlussendlich beschliesst jedoch die 5er-Besetzung. Sämtliche "definitiven" Entscheide werden zum selben Zeitpunkt verschickt. Zudem wird dabei die Reihenfolge der Prüfungstermine eingehalten, d.h. die Kandidaten vom 12. Oktober erhalten ihre definitiven Entscheide nicht vor denjenigen vom 5. Oktober.

 

Die Zeit zwischen Absolvieren der schriftlichen Prüfung und Erhalt des "provisorischen" bzw. "definitiven" Entscheids dauert unterschiedlich lange: Gesamtdauer i.d.R 2-3 Monate.

 

Anmeldung Mündliche Prüfung

Nach Erhalt des definitiven Entscheids kann man sich für einen mündlichen Prüfungstermin anmelden: Die Prüfung wird in 2er-Grupppen abgelegt. Grundsätzlich muss die mündliche Prüfung innert sechs Monaten nach der schriftlichen Prüfung abgelegt werden, ansonsten muss man ein Fristerstreckungsgesuch stellen.

 

Mündliche Prüfung

Siehe hierzu separate Rubrik: Mündliche Prüfung

 

Erhalt des Beschlusses

Inkl. Kostenauflage; Berechtigung zum Führen des Titels RA/in

 

Patentübergabe

2x pro Jahr (Frühling und Herbst), persönliches Erscheinen (jedoch aus Platzgründen keine Gäste) und Entgegennahme des Patentes